MH unterwegs mit seinem Kommunikations-Laptop

(kobinet) Martin Hackl ist einigen durch seine beeindruckenden Texte, seine Mitwirkung beim Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben vor einigen Jahren und von Tagungen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf bekannt. Seit über 18 Monaten versucht er und seine gesetzliche Betreuerin Eingliederungshilfe zu bekommen. Der Kostenträger verzögerte dem 52-jährigen, der nur mit unterstützter Kommunikation kommunizieren kann, nicht nur die Bescheidung des Antrags auf Kommunikations- und Eingliederungshilfe, sondern hat nun wieder einmal mit Bezug auf die Pflegeversicherung jegliche Eingliederungshilfe abgelehnt.

Martin Hackl kann nur mit Hilfe seines Computers detaillierter kommunizieren, da er Tetraplegiker und nicht-sprechend ist. Das gelingt auch seit einger Zeit schon ganz gut; mit dem Ellbogen bedient er einen Taster und steuert damit eine Bildschirmtastatur. Das ist mühsam und gelingt im Moment immer noch nur mit Unterstützung seiner Schwester und von Freunden, die teilweise nur dafür aus Berlin zu seiner WG nach Bad Kissingen anreisen. Dass das keine Lösung sein kann, die auf Dauer eine kontinuierliche und aktive Teilhabe sicherstellt, konnte dem Bezirk Unterfranken bisher nicht nahe genug gebracht werden.

Den ganzen Artikel von Ottmar Miles-Paul lesen Sie in Kobinet Nachrichten vom 6. Juli 2017.

Nachtrag 28.7.2017: Das Sozialgericht Würzburg hat einen Vergleich vorgeschlagen, wonach die Bezirksverwaltung für 9 Monate eine Kommunikationsassistenz mit 702 € finanziert.

Ein Interview mit kommhelp erschien aus diesem Anlass am 2. August: 2017/08 kobinet